Freitag, 14. Februar 2014

Zanshin (残心)

Den Begriff Zanshin (残心) haben die meisten Budōka (武道家) mit Sicherheit schon einmal gehört, aber was genau versteht man unter dem Begriff?

Der Begriff Zanshin kann mit "balancierter Geist" oder "überlebender Geist" übersetzt werden und steht weitestgehend für eine gewisse Geistesgegenwart oder Wachsamkeit.

Das wohl üblichste und einfachste Beispiel eines fehlenden oder mangelhaftesten Zanshin ist wohl folgendes:

Im Training wird gerade schnell und stark gearbeitet auf die Kommandos des Trainers, man kommt so richtig in Fahrt und auf einmal wird der bisherige Rhythmus der Kommandos unterbrochen, weil der Trainer eventuell etwas korrigiert und dennoch führen einige schon eine weitere Technik aus.

Dies ist aber nicht die einzige Interpretation von Zanshin. Korrekt ausgeführtes Zanshin befähigt die ausführende Person in einer Kampfsituation den Überblick zu behalten und angemessen zu reagieren. Noch ein Beispiel:

In einem Kampf wird man getroffen... man beschäftigt sich in Gedanken so sehr mit diesem Treffer, dass der fortlaufende Kampf nicht die volle Aufmerksamkeit erhält. Dies führt wiederum dazu, dass man erneut getroffen wird und so weiter, und so weiter...

...oder...

In einem Kampf wird man getroffen... man findet sich mit dem Treffer ab und widmet sofort seine volle Aufmerksamkeit auf den Partner/Gegner um einen weiteren Treffer zu vermeiden oder selber aktiv zu werden. Den nächsten Angriff kann man stoppen und sogar Kontern...

Der erste Fall zeigt wieder ein negativ Beispiel, für schlechtes Zanshin. Man lässt sich dermaßen von einer Situation treiben, dass das eigentlich Wichtige aus den Augen verloren geht. Das zweite Beispiel zeigt, dass man mit der richtigen "Aufmerksamkeit" den Verlauf des Kampfes durchaus für sich positiv beeinflussen kann.

Zanshin könnte mir auch dabei helfen, bestimmte Eigenschaften meines Partners/Gegners zu erkennen und für mich zu nutzen.

In einem Kampf fällt mir auf das mein Patner/Gegner bevor er mit einer bestimmten Technik angreift immer erst eine Bewegung mit seinem vorderen Arm durchführt. Das nächste mal sobald ich diese Bewegung wahr nehme, greife ich an und komme somit seinem Angriff zuvor.

Es gibt viele Möglichkeiten um Zanshin zu beschreiben und zu verwenden. Wachsam und mit einer gewissen Geistesgegenwart zu handeln ist nicht nur im Karate-Do oder einer anderen Kampfkunst anwendbar, sondern kann selbstverständlich auf den ganz normalen Alltag angewandt werden. Ich versichere euch, es wird euch einige Situationen erleichtern.

Samstag, 1. Februar 2014

Die dôjôkun

道場訓

Die dôjôkun ist ein Lehrstück fernöstlicher Weisheit. Sie enthält die gesamte Ethik des traditionellen Karate und ist der Wegweiser zu den uralten Überlieferungen des inneren Karate-dô. Die dôjôkun umfasst die fünf geheimnisvollen "Leitsätze für den Ort des Weges". Es gibt keinen traditionellen Weg des Karate ohne sie.

Die dôjôkun wird heutzutage leider von manchen Karateka, wenn überhaupt bekannt, belächelt und als Klamauk von gestern abgetan. In einer Zeit, in der immer mehr die Ellenbogen eingesetzt werden und auf Menschlichkeit oftmals keine Rücksicht mehr genommen wird, ist die dôjôkun heute wichtiger als je zuvor.

Ein Buch-Tipp zu diesem Thema:
Dôjôkun: Die Ethik des Karate-dô

一、人格完成に努むること
Hitotsu, jinkaku kansei ni tsutomeru koto.
Eins ist: Nach der Vollendung der Persönlichkeit streben.

Vervollkommne deinen Charakter - Ständig bemüht zu sein, den eigenen Charakter und seine Fähigkeiten zu verbessern und das Beste zu geben, das ist der Kernpunkt dieser Aussage.

一、誠の道を守ること
Hitotsu, makoto no michi o mamoru koto.
Eins ist: Den Weg der Wahrhaftigkeit bewahren.

Sei gerecht und hilfsbereit - Welch eine Wohltat mit Menschen zusammen sein zu dürfen, die über diese Eigenschaften verfügen. Menschen, die stets bemüht sind, gerecht zu urteilen und uns hilfsbereit unter die Arme zu greifen. Eigenschaften die wir auch besitzen sollten.

一、努力の精神を養うこと
Hitotsu, doryoku no seishin o yashinau koto.
Eins ist: Den Geist der Bemühung entfalten.

Sei geduldig und beherrscht - Zu dir selbst und den anderen, den Mitmenschen. Übe Geduld, wenn dein Weg länger und beschwerlicher ist als angenommen, wenn deine Mitmenschen deine Erwartungen nicht erfüllen. Ungeduld und Unbeherrschtheit erzeugt bei uns und bei den Mitmenschen negativen Druck und Stress. Dies hat zu rFolge, dass wir nicht mehr so gut in der Lage sind, unsere Aufgabe zu erfüllen.

一、礼儀を重んずること
Hitotsu, reigi o omonzuru koto.
Eins ist: Den respektvollen Umgang hochschätzen.

Sei höflich und bescheiden - Um zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen ist es wichtig, dieses Gebot zu berücksichtigen. So wie wir in den Wald hineinrufen, so kommt es zu uns zurück. Bemühen wir uns bei unseren Mitmenschen um Höflichkeit und ein gewisses Maß an Bescheidenheit. (nicht gemeint ist damit eine Unterwürfigkeit)

一、血気の勇を戒むること
Hitotsu, kekki no yû o imashimuru koto.
Eins ist: Sich vor unbesonnenem Mut in acht nehmen.

Sei mutig - Was wäre das Leben ohne Mut? Alle oben aufgeführten positiven Eigenschaften nützen nichts, wenn wir nicht mutig sind. Es gehört oft jede Menge Mut dazu, sich zu Höflichkeit und Bescheidenheit zu bekennen. Sei mutig, auch dir selbst gegenüber. Verteidigen wir unseren Freiraum und lassen wir uns nicht von anderen bestimmen und ausnutzen. Haben wir den Mut dazu, uns als wichtigsten Menschen zu bezeichnen und den Freiraum für die Vervollkommnung unseres ICHs zu schaffen.

Samstag, 7. Dezember 2013

Ernährungsplan

Um noch ein paar Kilos abzuspecken, werde ich wie bereits angekündigt meine Ernährung erneut umstellen. Ja kurz vor Weihnachten, ich weiß... aber für ein paar Tage kann man das meiner Meinung nach pausieren um dann wieder richtig durch zu starten.

Im Prinzip werde ich eine Art "low carb" machen, hierbei wird die Kohlenhydrat Menge, die man zu sich nimmt reduziert. Allerdings läuft meine Ernährung eher auf "NO carb" hinaus. Ich bin jetzt natürlich kein Ernährungswissenschaftler, aber ich kann aus eigener Erfahrung garantieren, dass dies funktioniert. Als ich von meinem Auslandssemester in Australien wieder gekommen bin habe ich 89 kg gewogen und habe einiges versucht um mein Gewicht wieder zu reduzieren. Nichts hat wirklich funktioniert bzw. ich habe sofort wieder zugenommen, sobald ich normal gegessen habe. Mit meinem "no carb" habe ich auf 74 kg abgespeckt. Mittlerweile wiege ich wieder 76 kg... mein Jojo-Effekt ist also zu verkraften.

Hier habe ich mich im wesentlichen an das 10 Weeks BodyChange Programm gehalten.
10 Weeks BodyChange® by Detlef D! Soost

Zurück zu meiner Ernährung...

Grundlegendes

Ich nehme nach Möglichkeit keine Kohlenhydrate zu mir, das bedeutet:
- Keine Nudeln
- Kein Reis
- Keine Kartoffeln
- Kein Zucker (auch Fruchtzucker)
- Keine Milchprodukte (Milch, Joghurt, etc.) 

Ich trinke:
- Wasser
- ungesüßten Tee (z.B. Grün mit Ingwer)

!!!Viel Eiweiß!!! - Ich nehme hauptsächlich Eiweiß und Gemüse zu mir. Eiweiß ist nicht nur in Eiern enthalten ;). Ich empfehle Fleisch und Fisch...

Ich esse mich immer satt, muss also nicht hungern. Wichtig ist eben nur die "richtigen" Sachen zu essen.

Frühstück

Mein Frühstück besteht i.d.R. aus Rührei, oder einem Omelett. Dazu mache ich mir Gemüse, z.B. Brokkoli, Tomaten, Paprika, Möhren. Das Gemüse brate ich entweder an oder esse es einfach als Rohkost. Auch etwas Hähnchenbrust ist super zum Frühstück.

Mittagessen

Zum Mittag koche ich weitestgehend mein Essen wie sonst auch, nur dass ich eben keine Nudeln, oder sonstiges dabei esse. Viele Variationen mit Fisch und Gemüse. (Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl, Möhren, Mais, Tomaten, Paprika, Weiße Bohnen, Kidney Bohnen, Kichererbsen, etc.)

Ein super essen ist auch Chili con Carne...

Abendessen

Zum Abendessen nehme ich wieder möglichst viel Eiweiß zu mir. Meistens mache ich mir Abends dann auch Salate.

Der kleine Hunger zwischendurch

Wenn ich zwischendurch Hunger habe gönne ich mir mal einen Apfel, aber i.d.R. versuche ich Obst immer nur kurz nach dem Training zu mir zu nehmen um den Energiehaushalt schnell wieder aufzufüllen und dem Fruchtzucker keine Chance zu geben.

Sonstiges

Neben der Ernährung spielt Bewegung natürlich eine ausschlaggebende Rolle. Aber viel Sport mache ich ja sowieso...

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die Prüfungsvorbereitung beginnt

Ja ich weiß, im Prinzip bereitet man sich ja die ganze Zeit vor bzw. lernt permanent weiter, aber nun habe ich mir vorgenommen meinen Nidan (2. Schwarzgurt) Ende nächsten Jahres zu machen und werde nun in die intensive Vorbereitungen einsteigen.

Training

Neben meinem regulären Training (3x pro Woche) habe ich mir vorgenommen wieder so oft ich kann an Lehrgängen teilzunehmen und natürlich mein Selbst-Trainingspensum zu erhöhen.

Mein Plan sieht wie folgt aus.

Montag:
Cardio/Kraft Workout
Reguläres Training

Dienstag:
Lauf Training
Kata Selbst-Training

Mittwoch:
Cardio/Kraft Workout
Kihon Selbst-Training

Donnerstag:
Reguläres Training

Freitag:
Cardio/Kraft Workout
Reguläres Training

Samstag/Sonntag:
Lauf Training
Eventuelle Lehrgänge mitnehmen

Prüfungsinhalte

Leider bin ich mir noch nicht sicher, welche Kata ich als Tokui Kata zeigen möchte. Ich schwanke noch zwischen Kanku Sho, Jiin oder Sochin. Auch was die Kihon Kombinationen angeht bin ich mir unsicher, was einen erwartet, da die DKV-Prüfungsordnung ja Kombinationen nach Angabe des Prüfers vorsieht. 

Ernährung

Neben meinem Training werde ich auch wieder verstärkt auf meine Ernährung achten...
... man mag es kaum glauben, aber das ein oder andere Kilo macht sich dann doch in der Ausdauer bemerkbar :)


Ich werde weiter über meine Fortschritte bei der Vorbereitung berichten.

Mittwoch, 27. November 2013

Shôtôkan Karate und Kickboxen

Hier ein Beitrag von mir aus einem nicht mehr existierenden Kickboxing-Blog zum Thema Karate und Kickboxen:

Da das Kickboxen seine Wurzeln in den verschiedenen ostasiatischen Kampfkünsten wie Kung Fu, Tae Kwon Do, Karate und dem westlichen Boxen hat sollte es doch auch einige Gemeinsamkeiten geben, oder?

Bei den meisten Leuten sind verschiedene Klischees weit verbreitet…

…Karate, das ist doch wo man Bretter zerschlägt…
…Kickboxer, das sind doch alles brutale Schläger…

Interessanterweise sind solche Klischees selbst unter verschiedenen Kampfsportlern weit verbreitet. Doch ist das wirklich so? Da ich sowohl (Shôtôkan) Karate als auch Kickboxen betreibe, kann ich kurz und knapp mit „NEIN“ antworten.

In Wirklichkeit stehen Karate sowie das Kickboxen für etwas ganz anderes. Im Karate insbesondere im Shôtôkan Karate werden im Training und im Wettkampf Faust- und Fußstöße vor dem Auftreffen abgestoppt, sodass die Techniken nicht voll durchgezogen werden. Dies setzt Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Partner sowie eine (sehr) gute Körperbeherrschung voraus. So manchem Kickboxer könnte diese Art des Kämpfens bekannt vorkommen, auch beim Kickboxen existiert solch eine Art des Wettkampfs, das sogenannte Point-Fighting.

Beim Point-Fighting werden verschiedene Techniken die ein bestimmtes (erlaubtes) Angriffsziel, sauber, klar und mit kontrolliertem Kontakt treffen mit Punkten bewertet. Die Punktevergabe erfolgt sofort im Anschluss eines Treffers, d.h. der Kampf wird kurz für die Wertung der Technik unterbrochen. Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch das Kumite (der Kampf) im Shôtôkan (Wettkampf) Karate. Dies wird wohl auch der Grund sein, warum man den ein oder anderen Karateka (Karate-Betreibender) bei dieser Kickbox-Disziplin antrifft.

Darüber hinaus existieren natürlich weitere „Wettkampf“-Disziplinen, im Karate die Kata eine Art Kür in der verschiedene Technikabfolgen durchgeführt werden. Diese Form des Wettkampfs stellt einen Kampf gegen verschiedene imaginäre Gegner dar. Im Kickboxen existieren noch weitere Disziplinen wie das Leichtkontakt-Kickboxen und das Vollkontakt-Kickboxen. Auch im Karate existieren verschiedene Stilrichtungen in denen Vollkontakt-Kämpfe durchgeführt werden (Kyokushin, Ashihara, etc.)

Doch auch wenn es Vollkontakt-Disziplinen gibt, geht es weder beim Karate noch beim Kickboxen darum sich Sinnlos zu schlagen. Vielmehr umfasst das Training beider Sportarten den gesamten Körper fördert die Kondition, Koordination, Beweglichkeit, Schnellkraft, Kraftausdauer und Reaktion. Das Training umfasst also den gesamten Körper, verbessert alle motorischen Eigenschaften und fördert das Selbstvertrauen. 

Doch wo ist nun der eigentliche Unterschied? Der Unterschied dieser doch sehr ähnlichen „Sportarten“ liegt wohl in dem (nicht) Vorhandensein einer Philosophie. Wo beim Kickboxen eher ein sportlicher Charakter im Vordergrund steht existiert beim Karate ein wichtiger philosophischer Charakter, was wohl den Unterschied vom Kampfsport zu einer Kampfkunst ausmacht. Natürlich muss man hier auch erwähnen, dass in der heutigen Zeit und im modernen Karate der philosophische Aspekt stark leidet, wenn nicht sogar vernachlässigt wird. Dennoch wird beim Karate sehr viel Wert auf Etikette und Disziplin gelegt, dies spiegelt sich schon in verschiedenen Ritualen wieder. So wird zum Beispiel zu Beginn und am Ende einer Trainingseinheit ein Ritual vollzogen, bei welchem das Dojo (die Übungsstätte), der Sensei (Lehrer, Meister) sowie die mitübenden Karatekas (Karatebetreibenden) geehrt bzw. gegrüßt werden.

Auch verschiedene Grundsätze wie zum Beispiel die 20 Regeln von Gichin Funakoshi (Begründer des Karatestils Shôtôkan) unterstreichen den philosophischen Charakter des Karate. Hier ein paar für mich wichtige Grundsätze aus Funakoshi Senseis Regeln:
  1. Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
  2. Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.
  3. Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann.
  4. Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen.
Natürlich gibt es auch beim Kickboxen verschiedene Grundsätze, wie zum Beispiel die Grundsätzliche sportliche Fairness, die auch wichtig sind. Jedoch steht hier die Schulung des Körpers im Vordergrund, wobei im Karate eben auch der Geist geschult werden soll.

Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn/sie das richtige ist. Ich für meinen Teil kann aber sagen, dass mich sowohl das Karate beim Kickboxen weiter bringt wie auch das Kickboxen beim Karate. Für mich ist Karate und Kickboxen eine gute Kombination.

Mittwoch, 20. November 2013

karate-praxis



Seit einiger Zeit gibt es nun schon das karate-praxis Team. Die Jungs machen meiner Meinung nach einen super Job.

Jedes Training an dem ich bisher teilnehmen durfte, fand in einer tollen Atmosphäre statt und hat mir die Vielfalt des Karate gezeigt. Immer wieder erwische ich mich dabei wie ich erstaunt bin, dass bekannte Dinge neu erlebt werden können.

Doch was ist eigentlich karate-praxis

Grob gesagt geht es darum den Karatekas die Augen zu öffnen und weitere tolle Trainingsmöglichkeiten als die üblichen "Drei-Säulen" aufzuzeigen. In den karate-praxis Lehrgängen steht die tatsächliche Praxis am Partner und die Effektivität im Vordergrund, aber auch "traditionelle" Aspekte kommen sicher nicht zu kurz. Was gibt es besseres bei einer Kata, als diese "leben" zu können - wenn ich tatsächlich weiß, was ich tue und auch wirklich effektiv mit der Kata arbeiten kann.

Die verschiedenen Bausteine

Das karate-praxis Team hat sich verschiedene Bausteine oder Module ausgedacht um ein effektives Karate "an den Mann / die Frau" zu bringen. Hier werden unter anderem Rhythmus-Schulung, Effektiv-Bunkai, Zielregionen-Training, verschiedene Kumite-Formen, Karate-SV, Hebel und Würfe oder Pratzentraining unterschieden.

Ich bin auf jeden Fall immer begeistert. Schaut es euch einfach einmal selber an, oder holt euch einfach direkt jemanden vom karate-praxis Team in euer Dojo. www.karate-praxis.de

Freitag, 15. November 2013

Verschiedene Stile im Karate

Heutzutage existiert eine Vielzahl von Stilrichtungen im Karate. Oft lese ich in Foren oder höre in Gesprächen heraus, dass die eine oder die andere Stilrichtung besser oder effektiver sei.

"Ein erstes Problem, das meiner Meinung nach das heutige Karate-Do beeinträchtigt, ist das Überhandnehmen verschiedener Schulen. Ich glaube, dies wird auf die zukünftige Entwicklung eine schädliche Wirkung haben. In Okinawa gab es früher zwei Schulen, Nawa-te und Shuri-te [...]." Gichin Funakoshi - Karate-Do Mein Weg

Diese bereits 1975 verfassten Bedenken von Sensei Funakoshi lassen mich über die heutige Situation im "öffentlichen" Karate schmunzeln. Schon damals gab es mehrere Schulen, doch in den Augen Funakoshis gab es nur ein Karate.

Auch ich bin der Ansicht, dass es nicht die eine - bessere - Stilrichtung gibt.

"Ich glaube, dass alle diese - Schulen - miteinander verschmolzen werden sollten [...]." Gichin Funakoshi - Karate-Do Mein Weg

Ich denke das jeder seinen eigenen Karate-Do bestreiten sollte. Dies schließt auch die Wahl der Stilrichtung mit ein. Dennoch sollte man seinen Weg nicht als "in Stein gemeißelt" sehen, sondern vielmehr als einen Pfad mit vielen Abzweigungen. Es dürfte niemandem Schaden über den "Tellerrand" zu schauen oder den Leuten ihren Weg zu lassen, wie sie ihn für richtig halten.

Ich habe damals nicht bewusst mit einer Stilrichtung begonnen, sondern bin wie wahrscheinlich fast jeder Anfänger einfach in ein Training gegangen und geblieben, weil es mir gefiel. Nun bin ich beim Shotokan Karate gelandet, lasse mich aber nicht davon abbringen in andere Stilrichtungen oder sogar Systeme hinein zu schnuppern. Auch dies hilft für den ganz persönlichen Do.